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„Heimat“ – Foto-Ausstellung in der Salzmannstraße

Was ist Heimat? Mit dieser Frage haben sich Schüler unserer Schule aus Syrien, dem Irak, dem Iran, Afghanistan und Libyen sowie Studenten der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität von April 2016 bis Januar 2017 auseinandergesetzt. Magdeburg als Heimat wurde in gemeinsamen Begegnungen entdeckt: auf einer Stadtrundfahrt, während einer Schifffahrt auf der Elbe und während des gemeinsamen Essens in der Mensa der Magdeburger Universität. Fotografiert wurden Orte in Magdeburg, die für die Jugendlichen Heimat darstellen. Daraus entstand eine Foto-Wanderausstellung, die bis zum 28. April am Standort Salzmannstraße (Raum E 10) zu sehen ist.

In der Magdeburger Volksstimme wurde die Eröffnung der Ausstellung mit einem Artikel gewürdigt.

Steine erinnern an Heimat

Studenten und Migranten gestalten gemeinsam eine neue Wanderausstellung (von Christina Bendigs)

„Heimat“ lautet das große Thema, mit dem sich Studenten der Otto-von-Guericke-Universität und Schüler der Migrationsklassen an den Berufsbildenden Schulen „Hermann Beims“ auseinandergesetzt haben. Entstanden ist eine Ausstellung.

In der Berufsschule „Hermann Beims“ ist aktuell eine Ausstellung zu sehen, die angehende Lehrer der Otto-von-Guericke-Universität und Schüler der Migrationsklassen der Berufsschule „Hermann Beims“ entwickelt haben. Ein Jahr lang setzten sie sich damit auseinander, was Heimat für sie bedeutet und wo sie in Magdeburg Heimat finden – ein Stück alte Heimat vielleicht, aber auch eine neue Heimat.

Viele von den Migranten haben ihre Heimat nicht freiwillig verlassen. Sie sind geflohen – vor Krieg, Verfolgung, Armut. Dennoch haben sie positive Erinnerungen und finden auch in Magdeburg immer wieder Orte, die diese positiven Erinnerungen wecken. So schreibt etwa Shahid über die Elbuferpromenade: „Ich treffe dort Freunde und habe mit ihnen Spaß, wie es in Afghanistan mit Freunden und Familie war.“ Waleed schreibt über das Pegelhäuschen an der Sternbrücke: „Diese Steine erinnern mich an mein Heimatland, welches unsere ältesten Baumeister gebaut haben. Mit diesen Steinen verbinde ich viele alte Erinnerungen. Wenn ich diese Steine berühre, dann überkommt mich ein gutes Gefühl und ich kann meine alte Heimat riechen.“ Diese und andere Zitate in Kombination mit Bildern auf große Ausstellungswände gebracht, regen zum Nachdenken an.

Sowohl die Studenten als auch die Berufsschüler hatten nach eigenem Bekunden viel Spaß an dem Projekt. Deutsche lernten mehr über andere Kulturen, die Flüchtlinge konnten Kontakte zu Deutschen knüpfen. Das bestätigt auch Gregor Schäfer, der künftig Wirtschaft und Ethik am Gymnasium unterrichten möchte.

Prof. Dr. Kerstin Dietzel und Berufsschullehrerin Katrin Nodorf haben das Projekt begleitet. Sie sind dankbar für alle Förderer. Außerdem sprachen sie allen Beteiligten ein großes Dankeschön aus. Denn ohne deren Mitwirken wäre die Ausstellung nicht entstanden.

Die Ausstellung wird in den nächsten Monaten an unterschiedlichen Orten zu sehen sein – beim Internationalen Bund, in der Stadtbibliothek, in den Berufsbildenden Schulen „Otto Schlein“, dem Roland-Gymnasium in Burg, der Gedenkstätte Isenschnibbe in Gardelegen sowie der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge im Harz.

Auf diese Weise können sich viele Menschen mit dem Thema Migration auseinandersetzen, selbst über ihr Heimatgefühl nachdenken und nachvollziehen, wie es Flüchtlingen geht, die nach Deutschland gekommen sind. So leistet die Ausstellung auch einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis.

Quelle: Magdeburger Volksstimme, 06. April 2017